Ende 2010 brachte Panasonic die Lumix GH2, den Nachfolger der GH1, und damit die professionellste Kamera des Lumix Sortiments heraus. Bei einem Preis von um die 1000 Euro hat sie den Lumix- und Olympus typischen Micro Four Thirds Sensor und

bietet dadurch und durch den Systemkamera-typischen Verzicht auf den Spiegelkasten besonders geringe Abmessungen. Das schlägt sich natürlich auch im Gewicht und der Größe der Objektive nieder.


Wir, also Die Filmagentur, drehten unsere Imagefilme vorher mit unserer eigenen Sony EX1 R XDCAM oder mit geliehenen Kameras, wie der Canon EOS 5D Mark II. Als wir aber von der besonderen Videooptimierung der GH2 hörten, schlugen wir zu, zumal ich privat vorher schon mit Four Thirds Kameras fotografierte und mir das System daher nicht fremd war.

Nachdem wir die GH2 nun nahezu ein Jahr im aktiven Gebrauch haben ist es Zeit für ein kleines Resümee in drei Teilen. In Teil eins geht es um die Frage, warum sollte man auf die GH2 setzen, wenn man auch die 5D Mark II haben kann? Dafür gibt es mehrere Gründe:

- Die Abmessungen sind geringer und sie bzw. ihre Objektive sind deutlich leichter. Im professionellen Sektor, wo groß für den Kunden meist besser aussieht, mag das ein Minuspunkt sein. Aber privat und auch bei Drehs, wo Auffälligkeit nicht unbedingt gewünscht ist (z.B. Dokumentationen), ist das ein riesiger Vorteil! Die Kamera lässt sich mit fünf Objektiven locker in einer kleinen Umhängetasche transportieren und spätestens wenn mögliche „Zuschauer" denken, man macht nur Fotos mit einer kleinen Urlaubskamera, wird man die GH2 zu schätzen wissen!
- Der Videocodec. Der wichtigste Punkt für mich, da der intraframe Codec der 5D Mark II besonders in dunkleren Gefilden nie zufriedenstellende Ergebnisse brachte. Bending-Effekte und Kompressions-Artefakte waren an der Tagesordnung, Luft nach oben gab es nicht. Der AVCHD-Codec der GH2 hingegen wird durch findige Kamerafreaks immer weiter verbessert, so dass schon heute Aufnahmen mit 176 m/Bit möglich sind. Wenn dann noch Intraframe Aufnahmen in 4:2:2 möglich werden, ist die GH2 endgültig im Segment der Profi-Videokameras angekommen.
- Die Sensorgröße. Auch wenn es viele Vollformatkamera-Besitzer anders sehen: Ich empfinde die größere Schärfentiefe durchaus als Vorteil. Schärfenbereiche von wenigen Zentimetern sind mit lichtstarken Objektiven, offener Blende und Teleobjektiven trotzdem ohne Weiteres zu erreichen. Aber wenn es das Bild erfordert oder ein korrektes Schärfeziehen bei spontanen Situationen nicht möglich ist, bietet der kleine MFS Sensor auch die Möglichkeit, den Schärfebereich zu vergrößern. Ein Umstand, der bei einer Vollformatkamera deutlich schwieriger machbar ist.
- Und zu guter Letzt: Sie ist preiswerter. Das spielt zwar bei einem Preisunterschied von inzwischen nur noch 500-1000 Euro nicht mehr so die große Rolle, sollte aber nicht vergessen werden.

Ob diese theoretischen Vorteile sich auch in der Praxis niederschlagen, bespreche ich in Teil 2 des GH2 Berichts am Beispiel eines unserer Imagefilme für die sächsische Landesärztekammer.

 

 

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